Ein Ausflug in die deutsche Geschichte

Projekttag, 730 Uhr. Alle neunten Klassen trafen sich vor dem Schulgebäude, um auf zwei Reisebusse verteilt nach Dachau zu fahren. Mit Dachau verbinden die meisten ein Konzentrationslager aus der Zeit des Nationalsozialismus. Das Thema wurde bereits im Geschichtsunterricht behandelt und im Rahmen dessen fuhren wir nach Dachau. Bei der Gedenkstätte angekommen, erzählte uns unsere Museumsbegleitung viel über das Leben im KZ.

Dachau? Was ist das?

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Das Konzentrationslager Dachau bestand vom 22. März 1933 bis zu seiner Befreiung durch die US Army im April 1945. Es war durchgehend in Betrieb. Es wurde auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik errichtet und war ein „Vorzeigelager“ der NS-Propaganda und Ausbildungsort für SS-Wachmannschaften und SS-Führungspersonal. Das KZ-Dachau war keineswegs ein Vernichtungslager, sondern ein Arbeitslager. Die gebauten Desinfektionskammern wurden für das Desinfizieren von Häftlingskleidung mit dem Gas Zyklon B genutzt. Es kam im Lager, selbst zu Kriegsende, zu keiner Massentötung durch Gas.

Von den insgesamt mindestens 200.000 Häftlingen starben etwa 41.500. Kranke und körperlich entkräftete Häftlinge wurden in den Invalidenblock verlegt, von dort wurden sie in ein Vernichtungslager verlegt.

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Heute befindet sich auf dem Gelände die KZ-Gedenkstätte Dachau, die von rund 800.000 Personen jährlich besucht wird.

Leben im KZ

DSC_0267Jeder Häftling musste eine bestimmte Arbeitsleistung vollbringen. Wenn dies nicht geschafft wurde, wurde das schwer bestraft. Auch kleine Vergehen wie das Betreten des Fußbodens mit Holz- oder Hausschuhen, oder wenn das Bett nicht korrekt gemacht wurde, wurden grausam bestraft. Die Führung erzählte, dass eine der Bestrafungsmethoden das „Baum-Hängen“ war. Die Arme wurden hinter den Rücken gedreht und dann an einem Baumast befestigt. Das komplette Körpergewicht lastete dann auf den Armen.

DSC_0224Die für ehemals 52 Menschen geplanten Zimmer mussten sich um 1944 300 bis 500 Personen teilen. Es gab bestimmte Häftlinge, die privilegter waren als andere; diese konnten sich z.B. anderes Essen kaufen als andere, da ihnen Geld geschickt werden durfte. Ab dem 11. April 1941 erhielten alle Geistlichen bessere Essensrationen, der Vatikan finanzierte dies. Die Privilegierung der Vorzugshäftlinge führte zu enormer Eifersucht seitens anderer Häftlinge und SS-Leute; im September wurde die Regelung deshalb rückgängig gemacht.

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Mein persönlicher Eindruck

Für mich war die Gedenkstätte ein grauer, trostloser, deprimierender Ort, welcher eine grausame Geschichte hat. Ich fand es deprimierend zu sehen, wie schrecklich Menschen mit Menschen umgehen konnten. Dennoch bin ich der Meinung, dass es eine Erfahrung ist, die für immer im Kopf bleiben wird.

Und ihr? Was habt ihr am Projekttag gemacht? Wenn ihr mit in Dachau wart, wie habt ihr das Konzentrationslager wahrgenommen?

Zusätzliche Quellen: https://www.kz-gedenkstaette-dachau.de/zeitleiste1933-1945.html (4. März 2016)

Artikel und Bilder von Dorothea

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Ein Gedanke zu „Ein Ausflug in die deutsche Geschichte

  • 9. März 2016 um 16:29 Uhr
    Permalink

    Ich finde es gut, dass du über den Nationalsozialismus schreibst, denn es ist eine Sache, die jeder wissen sollte, jeder sollte wissen was damals geschah, man sollte aus diesem großen Fehler lernen. Solch schrecklichen Sachen sollen nie wieder passieren!

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